Addicted to Aphorisms

by artmossfear

Archiv für Januar 20, 2011

Own Thoughts & Aphorisms

Der Bildhauer – Schöpfer seiner Selbst
„Jeder Mensch hat ohne künstliche Bildung etwas Rohes und bedarf in jeder Art von Vollkommenheit der Politur.“*

Der Prozess einer bildhauerischen Schöpfung – vom ersten intuitiven Hieb bis hin zum behutsamen bewussten Feinschliff – führt unmittelbar zur Vollendung einer Form, deren Wahrhaftigkeit in der Nuancierung ihrer Facetten liegt.

Anmutig, beobachtend, couragiert, demütig, enthusiastisch, fieberhaft, gefühlvoll, hoffnungsvoll, inbrünstig, jauchzend, kämpferisch, liebevoll, mutig, narzisstisch, observierend, prüfend, qualvoll, respektvoll, selbstkritisch, tapfer, unermüdlich, vergnügt, willensstark und zweifelnd, begibt sich der Bildhauer auf die Suche nach der wahren Form seiner Schöpfung; seiner Selbst.

Voller Hingabe, beginnt er zu hämmern, zu meißeln, zu schleifen, zu polieren – an mancher Stelle mit selbstverständlicher Leichtigkeit, an anderer Stelle mit bedachtsamer Skepsis. Wohlwissend, dass die ursprüngliche Materie von unterschiedlicher Natur entstammt und stets anderes Geschick und Intensität von ihm abverlangt. Variationsmöglichkeiten und Verwandlung werden zur Qual und zur Erlösung zugleich.

Das Ringen um die wahrhafte Kontur, stellt den Schöpfer seiner Selbst wiederholt vor die Frage, ob nicht der Verzicht auf ein Detail, von welchem er anfänglich meinte, es sei von konstitutiven Bestand, durchaus auch ein Gewinn für die Schöpfung seiner Selbst sein könne. Er schenkt den einzigartigen Einzelheiten seine konzentrierte Aufmerksamkeit, akzentuiert diese, um seiner Selbst Individualität zu verleihen.

Naht sich der Augenblick, in welchem der Schöpfer vermutet, er habe seiner Selbst gefunden, so zeigt ihm die Distanz – das von außen und von allen Seiten betrachten – inwieweit er noch Korrekturen zu tätigen hat.

Körperhaltung, Ausdruck, Mimik, Gestik und das vermeintlich gesprochene Wort vermögen sukzessiv nach außen hin das auszudrücken, was der Schöpfer seiner Selbst von innen heraus auszustrahlen wünscht. Die Vollkommenheit ist für ihn erlangt, wenn sich der Kern der Materie mit den Ecken und Kanten seiner Oberfläche versöhnt und seine Aura mit dem sichtbaren Volumen der Schöpfung harmonisiert.

Atmung haucht der körperlichen Erscheinung Leben ein. Bewegung ermöglicht den Ausdruck von Gefühlen. Laute verleihen dem Antlitz Stimme. Sprache erlaubt die Mitteilung von Bedürfnissen. Nur die Gedanken bleiben das Geheimnis seiner Selbst. Lediglich im geschrieben Wort toben sie über das Blatt Papier.

(*Baltasar Gracián: Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit, geschrieben 1653,
1832 übertragen von Arthur Schopenhauer, S. 15)

Fuchsiges Gedicht
Alt sahst du aus.
Unreif hast Du Dich benommen.
Unsicher gewirkt.
Die Augen leer.
Das Gesicht nichtsaussagend.
Die Bewegungen unehrlich.
Verkümmert.
Mitleidserregend.
Den Charme an der Garderobe abgelegt.
Den Elan im Kühlschrank gelagert.
Die Ausstrahlung in den Papierkorb geworfen.
Das Selbstbewusstsein zum Einkaufen geschickt.
Dirigiert von Deiner Umwelt.
Kontrolliert von einer Illusion.
Ein Wink. Bon Voyage!

Das Repertoire an Emotionen wurde uns gegeben,
um es grenzenlos zu spüren und zu erleben.
Nur wer fühlt, lebt!

Erkenntnisse sind schwer verdaulich, aber sie füttern den Charakter.

Begegnest Du einem Gleichgesinnten, den Du meinst zu lieben, weil er genauso verrückt tickt und verquert denkt wie Du, dann sollte es in einem Stadium stattfinden, in welchem beide sich dessen bewußt sind und damit umzugehen wissen.

Die Welt ist so voller Unfassbarkeiten, dass mir ganz schwindelig wird. Doch Schwindeleien verschwinden.

Nichts als Gespenster I
einseitige begegnung – geduldete sehnsucht – unerfüllte begierde – getäuschte wahrheit

Nichts als Gespenster II
trunkene geborgenheit – verlogene empathie – melancholische freude – einengende freiheit

Die Langeweile von Normalitäten stürzte mich in den Strudel von Absurditäten.

Lebe und erlebe Deine Jugend so, dass Du später Deinen Kindern was zu erzählen hast.

Es gibt keine dummen Fragen, aber es gibt Fragen, die man selber beantworten kann.

Du brauchst mich nicht. Ich brauche Dich nicht. Wir brauchen einander nicht.

Niemand ist perfekt. Aber man kann versuchen perfekt zu sein.

Manchmal ist man zum falschen Zeitpunkt im falschen Alter.

Let’s dive in some crazyness!

Sometimes distance hurts, but also helps.

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